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"Medien - Mittler zwischen den Völkern" Der Berliner Initiativkreis öffentlich-rechtlicher Rundfunk unterstützt das von ihm mit ins Leben gerufene Projekt "Medien - Mittler zwischen den Völkern" das gemeinsam mit Robert-Bosch-Stiftung und Journalistenschule Berlin bereits seit 2002 den Journalistenaustausch zwischen Deutschland und seinen östlichen Nachbarn befördert.
Das Projekt "Medien - Mittler zwischen den Völkern" schaut auf eine längere Vorgeschichte zurück: Den Anstoß gab ein Appell des früheren polnischen Ministerpräsidenten Jerzy Burzek 1999 anlässlich einer EU-Konferenz, dass 10 Jahre nach der Wende in den osteuropäischen Staaten ein "Identitäts- und Informationsdefizit" entstanden sei. Statt freiheitlicher Medienordnungen seien in der tatsächlichen Entwicklung der Medienlandschaft erhebliche Defizite festzustellen.
Da aber kaum Fakten bekannt waren, reiste eine Delegation des Berliner Initiativkreises öffentlich-rechtlich Rundfunk im Januar 2000 nach Warschau, um im dortigen Goethe-Institut mit Medienvertretern und Fachleuten zu diskutieren. Im Gespräch mit dem stellvertretenden Vorsitzenden des Medienausschusses des Sejm wurden dann die politischen Vorstellungen zu freiheitlichen Mediensystemen ausgetauscht.
Die Gegeneinladung des Initiativkreises erfolgte gemeinsam mit der Polnischen Botschaft und dem Polnischen Kulturinstitut am 8./9. Mai 2001 in den Deutschen Reichstag in Berlin. Hier trafen sich mit Unterstützung des Bundestagspräsidenten Wolfgang Thierse polnische und deutsche Parlamentarier aller Parteien, um wechselseitig politische Konzeptionen zu künftigen Medienentwicklungen zu diskutieren. Prof. Dr. Dieter Grimm, ehemaliger Bundesverfassungsrichter, entwickelte im Hauptreferat modellhafte Strukturen für Osteuropa. Letztendliches Kernergebnis war die Erkenntnis einer "Sprachlosigkeit" zwischen den Völkern und beidseitiger Mangel an Informationen. Vor allem zeigten sich Defizite bei der Bewertung politischer Vorgänge im jeweilig anderen Land.
In der Folge wurde dann auf Initiative von Peter Kohagen hin gemeinsam mit dem Berliner Journalisten-Verband, der Berliner Journalisten-Schule und den Programmkoordinatoren dieses Projekt aus der Taufe gehoben: Junge polnische Journalisten/innen wurden als Stipendiaten der Robert-Bosch-Stiftung für 3 Monate eingeladen, vor Ort in Berliner Redaktionen der elektronischen und der Printmedien zu arbeiten. Nach dem Vorbild des deutsch-französischen Partnerschaftsmodells sollte die Vermittlung des gegenseitigen Verständnisses der Völker konkret im journalistischen Tagesgeschäft zuerst zwischen deutschen und polnischen Kollegen - oft auch zweisprachig - "trainiert" werden, um Einblicke in die gegenseitigen Denk- und Arbeitsweisen zu erhalten. Erst recht durch die Erweiterung der Europäischen Union 2004 erweist sich dieser "Brückenbau" als zentrale Aufgabe des Journalismus. So darf das Projekt auch keine "Einbahnstraße" bleiben. Junge Journalisten/innen aus Armenien, Bulgarien, Georgien, Lettland, Moldau, Rumänien, der Slowakei, Tschechien, der Ukraine und Ungarnsind inzwischen hinzugekommen, aber auch deutsche Kollegen beginnen die Öffnung nach Mittel- und Osteuropa zu nutzen.
Das Projekt hat sich unterdessen zu einem grenzüberschreitenden Netzwerk junger Journalisten entwickelt und feiert 2012 Jubiläum: Der zehnte Jahrgang von Stipendiaten ist ausgewählt, am 01. März kommen 15 junge Journalisten/innen aus 11 Ländern für 3 Monate nach Berlin, um an dem Programm teilzunehmen. Dabei werden sich die Stipendiaten im März bei Vorträgen, Vor-Ort-Terminen und Redaktionsbesuchen intensiv mit Berlin, Deutschland und seinem Verhältnis zu den Staaten der Teilnehmer sowie mit der gemeinsamen Perspektive in der EU beschäftigen. Hospitanzen in Print-, Hörfunk- oder TV-Redaktionen folgen in den Monaten April und Mai . Anfang Mai wird das Programm mit einem Bilanzseminar und einer großen Festveranstaltung, zu der auch Alumni der vergangenen Jahre eingeladen sind, sein zehnjähriges Bestehen feiern . Mehr zum Programm finden Sie hier.
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